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Geschichte der Feuerwehr

Bereits im Jahr 1841 war der Brandschutz in Steenfelde nachweislich gesichert. Die Voraussetzungen für die freiwilligen Feuerwehren waren aber erst seit der bürgerlichen Revolution im Jahre 1848 gegeben. 1902 wurde die "Freiwillige Feuerwehr Großwolde-Steenfelde" mit 25 Mitgliedern gegründet. Diese Feuerwehr trennte sich im Jahre 1934 und die Gemeinden Großwolde und Steenfelde machten eigene Feuerwehren auf. Somit ist daraus die heutige „Freiwillige Feuerwehr Steenfelde“ entstanden.

Mit der Machtübernahme durch die NSDAP änderte sich viel in den Feuerwehren. Das Führerprinzip wurde eingeführt. Ebenso gab es einen Wehrführer und einen Führerrat. Im November 1938 endete zunächst die Zeit der freiwilligen Feuerwehren - sie wurden zu technischen Hilfspolizeitruppen mit den Aufgaben "Feuer- und Luftschutz". Die Feuerwehrverbände wurden aufgelöst. Am Freitag, dem 1. September 1939, um 5:00 Uhr lief beim örtlichen Luftschutzleiter über Fernschreiben das SZL-Telegramm ein, d.h. "Sofort Ziviler Luftschutz!". Steenfelde wurde zwar nicht gezielt bombardiert, jedoch war die Nähe zur Garnisonsstadt Leer mit einer Wehrmachtskaserne gefährlich. So starben eine Frau und ihr Kind bei einem Bombeneinschlag am 21.04.1945 in Bullerbarg.

Nach dem Krieg war es wichtig schnell einen ausreichenden Feuerschutz zu gewährleisten und so wurden die alten freiheitlichen Feuerwehrideale wieder zu neuem Leben erweckt. Die Feuerwehr wurde wieder eine Aufgabe der Gemeinde. Der erste Gemeindebrandmeister dieser Wehr wurde Engelke Kaltwasser. 1951 tritt man dem neugegründeten Kreisfeuerwehrverband Leer e.V. bei, einer Art "Gewerkschaft" der Feuerwehr.

1961 schaffte sich die Gemeinde Steenfelde ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF/T) an, 1964 eine neue Tragkraftspritze (TS 8/8).
1968 wurde dem damaligen Gemeindebrandmeister Lambertus Schmidt das Deutsche-Feuerwehr-Ehrenkreuz 2. Stufe verliehen.

1971 stellte die neue Samtgemeinde ein Dienstgebäude und ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8) in Dienst.
altes FeuerwehrautoFeuerwehrhaus früher 2
              
Nach der Gebietsreform 1973 wird die Feuerwehr Steenfelde zu einer Ortsfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Westoverledingen, die Leitung hat seitdem ein Ortsbrandmeister. Der Feuerschutz in der neuen Gemeinde wird heute durch eine Schwerpunktfeuerwehr, zwei Stützpunktfeuerwehren und zehn Ortsfeuerwehren mit Grundausstattung gewährleistet. Steenfelde entscheidet sich gegen eine Aufwertung zur Stützpunktfeuerwehr und bleibt weiterhin ausschließlich für den Brandschutz in Steenfelde zuständig. Die Stützpunktfeuerwehren in Flachsmeer und Völlenerfehn ergänzen seitdem mit den dort stationierten Tanklöschfahrzeugen das Steenfelder Einsatzgerät. Bei schweren Hilfeleistungseinsätzen unterstützt ein Hilfeleistungslöschfahrzeug  (HLF9), sowie der 2010 in Dienst gestellte Gerätewagen Logistik (GW-L2) der Schwerpunktfeuerwehr Ihrhove. Somit ist für die Sicherheit der Westoverledinger mit neunzehn Fahrzeugen und rund 330 aktiven Einsatzkräften (davon 152 Atemschutzgeräteträger) vorbildlich gesorgt. Beim Stichwort „Wohngebäudebrand“ in der Alarmierung ist neuerdings auch eine Wärmebildkamera im Einsatz, welche bei der Schwerpunktfeuerwehr in Ihrhove stationiert ist.

1991 wurde das Dienstgebäude in Steenfelde um eine Begegnungsstätte erweitert. Damit wurde auch die Raumsituation der Feuerwehr verbessert, da der Unterrichtsraum nicht für Versammlungen ausreichte. 1995 trafen Politik, Verwaltung und Feuerwehr eine glückliche Entscheidung, sie beschlossen für die Feuerwehr Steenfelde die Anschaffung eines Fahrzeuges nach neuer Konzeption. Ein Löschfahrzeug (TSF/W) mit feuerwehrtechnischer Beladung für eine Löschgruppe und Staffelbesatzung. Mit einem Löschwasserbehälter von 500 l und einer Schnellangriffseinrichtung kann sofort nach Eintreffen an der Einsatzstelle die Brandbekämpfung beginnen. Heute werden bereits zehn dieser Fahrzeuge in Westoverledingen eingesetzt.
Feuerwehrauto neu 2
Mit diesem neuem Fahrzeug wurden auch eine neue Tragkraftspritze (TS 8/8) und vier Atemschutzgeräte angeschafft. Seitdem können Einsatzkräfte mit schweren Atemschutzgeräten ausgestattet werden und so in gesundheitsschädigender und sauerstoffarmer Umgebungsluft arbeiten. Die hierfür speziell ausgebildeten Kameraden wurden bereits bei Dutzenden Bränden eingesetzt, gerade auch zur Unterstützung anderer Ortsfeuerwehren. In der Feuerwehr Steenfelde schaffte man sich zahlreiche Geräte mit privaten Mitteln an. So zum Beispiel eine Sondersignaleinrichtung für das Fahrzeug und eine Motorsäge, aber auch Schnürstiefel und Helmlampen. Die stille Alarmierung in Steenfelde ist auch den Gönnern und Kameraden der Feuerwehr zu verdanken. So werden heutzutage alle Einsatzkräfte mit Meldeempfängern alarmiert. Zudem wird allerdings auf die Alarmierung durch die Sirene nicht verzichtet.


Im Jahr 2003 bekam die Feuerwehr aufgrund von Platzmangel einen Anbau. In diesem befinden sich nun ein Ankleideraum sowie einen weiteren Raum, der hauptsächlich für die Bereitstellung des Atemschutzes genutzt wird.
Feuerwehrhaus

 
Die Einsätze der Feuerwehr lagen in den ersten Jahrzehnten noch fast ausschließlich im Bereich der Brandbekämpfung. Zu den größten Brandeinsätzen zählten der Brand der Domäne 1975 in Völlenerkönigsfehn, die Moorbrände 1976, ein Gebäuderand in Flachsmeer 1996, der Brand einer Möbelhalle in Folmhusen 1997 und der Brand eines Betriebes in Völlenerfehn 1998.

Am 16. Februar 1962 wurde im Radio und Fernsehen vor einer schweren Sturmflut gewarnt. Am Abend stieg die Flut bedrohlich an und in der Nacht hielt der Deich in der Nachbargemeinde Völlen nicht mehr stand. 3000 Hektar wurden in kurzer Zeit überflutet. Die Feuerwehr Steenfelde half in diesem Katastropheneinsatz zusammen mit anderen Hilfsmannschaften. Um sechs Uhr am 17. Februar waren bis auf acht Personen alle geborgen. Besonders tragisch: Ein junger Soldat war bei den Rettungsarbeiten ums Leben gekommen. Die eingesetzten Kameraden wurden später mit der Sturmflutmedaille ausgezeichnet.

Im August 1976 befand sich die Feuerwehr erneut im Katastropheneinsatz, in Klostermoor war eine Moorfläche von ca. 50 ha in Brand geraten. Die Feuerwehr Steenfelde ist auch für einige Kilometer B70 zuständig, hier gibt es drei Unfallschwerpunkte: Einfahrt Hauptstraße, Einfahrt Pastor-Kersten-Straße u. Einfahrt Königstraße. Auf diesem Streckenabschnitt konnte man zwar schon vielen Menschen das Leben retten, aber leider kam in vielen Fällen jede Hilfe zu spät. Alleine in den letzten fünf Jahren hatte die Feuerwehr 62 Brandeinsätze und 47 Hilfeleistungseinsätze.

Ein anderer Einsatzschwerpunkt sind die Anlagen der Bahn AG. Glücklicherweise gab es seit Bestehen der Strecke keine größeren Zwischenfälle im Zuständigkeitsbereich der Feuerwehr Steenfelde. In den meisten Fällen galt es Brände an den Gleisen zu löschen. Die größten Brandeinsätze auf dem Gelände der Bahn waren 1993 der Brand eines leerstehenden Bahngebäudes sowie am 18.06.2006, als bis zu 60 Flächenbrände am Bahndamm von Völlenerfehn bis Steenfelde zu löschen waren. In der Zeit von 11:40 Uhr bis 18:30 Uhr waren 6 Feuerwehren ununterbrochen im Einsatz.
Besondere Aufmerksamkeit schenkt man auch den Gewerbegebieten "An der Bahn" und Lüke-Smidt-Straße" in Steenfelde.

1991 verbesserte die Feuerwehr Steenfelde erheblich den Brandschutz der griechischen Gemeinde Koressios. Ein ausgemustertes Feuerwehrfahrzeug wird restauriert und in die Bergregion gebracht. Die Einwohner begrüßen die Steenfelder mit einer volksfestähnlichen Veranstaltung.

1983 wird das Kreisfeuerwehrverbandsfest in Steenfelde ausgerichtet. Im Jahr 2002 richteten die Steenfelder das Kreisfeuerwehrverbandsfest erneut aus, diesmal jedoch gemeinsam mit der Nachbarfeuerwehr Großwolde.

1999 besuchte der NDR die Feuerwehr bei ihrer 10. Mai-Fete. Nach einer landesweiten Wahl im April zählt die Feuerwehr Steenfelde zu einer der fünfzehn beliebtesten unter den 3.544 Feuerwehren in Niedersachsen.

 

Die Wettbewerbsgruppe qualifizierte sich 1999 mit dem 2. Platz für den Wettbewerb auf Kreisebene. Im Jahr drauf schaffte sie es Sieger im Brandabschnitt SÜD zu werden. Viele Siege folgten.

Die Feuerwehr Steenfelde leistet auch ihren Beitrag zur öffentlichen Arbeit in der Gemeinde, indem einer der Kameraden als Brandschutzerzieher in die Schulen und Kindergärten geht und dort gemeinsam mit den ansässigen Ortswehren Brandschutzerziehung durchführt.

Gute Kameradschaft ist für uns in der Feuerwehr eine wichtige Voraussetzung um im Einsatz effektiv miteinander arbeiten zu können. Zur Pflege dieser Kameradschaft organisiert die Feuerwehr in Steenfelde jährlich einige Aktionen. Diese Treffen tragen zum sehr guten Steenfelder Teamgeist bei. Allerdings sind auch der Partner oder die Partnerin einer Feuerwehrfrau oder eines Feuerwehrmannes gefragt. Die Stunden des Wartens auf den Partner/die Partnerin im Einsatz, sind belastend. Hinzu kommt die tatkräftige Unterstützung von Veranstaltungen.